Hubertusmesse in Vormwald – Bedrohung der Umwelt nimmt immer mehr zu
Vormwald.
Zu einem eindrucksvollen Erlebnis wurde am Sonntag Vormittag die traditionelle Hubertusmesse im Vormwälder Kleinpferdegestüt Waschke. Das Ehepaar Ulrich und Cornelia Waschke bot den Siegerländer Reitern und Jägern anlässlich des Hubertustages eine Feierstunde, in der das Zusammengehörigkeitsgefühl von Natur und Kreatur, von Mensch und Tier, besonders zum Ausdruck kam. Aus nah und fern waren die Besucher nach Vormwald gekommen, so dass die festlich geschmückte Reithalle des Gestüts bis auf den letzten Platz besetzt wart. Zuvor hatten Reiter und Jäger gemeinsam mit der von Ulrich Waschke angeführten Ginsburg-Meute eine kleine Reitjagd veranstaltet.
   Die Messe selbst wurde wieder, wie im Vorjahr, von der Hilchenbacher Pastorin Engelmann zelebriert. Sie stellte ihren Predigttext unter ein Wort aus dem Römerbrief, in dem das Aufeinanderangewiesensein von Mensch und Tier besonders deutlich wird. Pastorin Engelmann ging von der ständig zunehmenden Bedrohung der Umwelt aus und sagte, dass nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere von dieser Berohung betroffen seien. „So wie jeder Felseinsturz die Geröllmassen nach sich zieht, so wird auch die Tierwelt unwiderruflich in den Fall und Verfall des Menschen und seiner Umwelt mit einbezogen.“ Beiden, Mensch und Tier, sei mit der Hoffnung auf die Auferstehung jedoch die tröstliche Gewißheit auf eine bessere Welt zuteil geworden. Pastorin Engelmann erinnerte aber auch an den Lebenslauf von St. Hubertus, der einst ein grausamer Jäger war, der bei seiner leidenschaftlich durchgeführten Jagd die Pferde zu Tode ritt. Erst durch eine symbolisch-mahnende Begebenheit, einem Hirsch mit einem weißen Kreuz zwischen dem Geweih, den er auf einer seiner Jagden traf, wurde St. Hubertus schließlich bekehrt. Der heutige Schutzpatron aller Jäger wurde im Jahre 705 n. Chr. Zum Bischof ernannt.
   Die Messe wurde begleitet von Vorträgen des Jagdhornbläsercorps Köln-Porz unter der Stabführung von Hans Eschenbach. An der Messe nahmen mit Hartmut Meesmann, Hartmut Gerlach und Wolfgang Becker schließlich auch drei Falkner teil, deren Greifvögel (zwei Falken und ein Steinadler) oft mit mächtigem Flügelschlag auf sich aufmerksam machten. Mit einem festlichen Umzug durch den Ort wurden am Nachmittag die Feierlichkeiten zum Hubertustag in Vormwald beendet.

Bericht der Siegener Zeitung 6. November 1984

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