Gemeinschaftsarbeit der Volksschule Vormwald fand Anerkennung des Postministers –
Geschenk soll Schülerfleiß belohnen
Vormwald, 7. Oktober
Anerkennung und Lob vom Postminister für die Volksschule in Vormwald. Fußballfan und Kegelbruder Stücklen schrieb in einem Brief vom 15. September an Hauptlehrer Suttrop: „Mit großem Interesse habe ich die unter Ihrer Anleitung entstandenen Schülerarbeiten (über die Post) durchgesehen. Ich freue mich über die Sorgfalt, mit der die Arbeiten ausgeführt wurden und über den Einfallsreichtum, mit dem Ihre Schüler das Thema Post gestaltet haben. Durch Ihre Bemühungen lernen die Ihnen anvertrauten Jungen und Mädchen, welche Aufgabe der Post in unserem Gemeinwesen zufällt. Ich möchte Ihnen und Ihren Schülern meine Anerkennung aussprechen. Mit freundlichen Grüßen. Stücklen.“

Diesen Brief des Ministers begleitet ein handfestes Anerkennungungsgeschenk, das Postoberinspektor Filmer und der Amtsvorsteher des Postamtes Kreuztal, Schreiber, an Schüler und Lehrer der Vormwalder Schule am Montag um 11 Uhr überreichen werden. Dies ist die erste Auszeichnung dieser Art, die an eine Schule des Siegerlandes geht.

Anlass zu diesen Anstrengungen der Post, die in letzten Jahren mehr durch unpopuläre Gebührenerhöhungen von sich reden machte, ist eine Gemeinschaftsarbeit der Jungen und Mädchen des fünften bis achten Schuljahres der Volksschule Vormwald über die Bundespost. Unbefangene Leser, die diese Arbeit lesen, müssten folgende Zensuren verteilen: Behandlung der Themen und des vorhandenen Materials – sehr gut, Anordnung und Verarbeitung – außergewöhnlich sorgfältig, die Arbeit zeugt von gutem Verständnis eines so komplizierten Apparates wie die Bundespost.

Jeder Schüler suchte „sein“ Thema

Hauptlehrer Suttrop erläuterte in einem Vorwort die Arbeit seiner Schüler für den Bundespostminister: Das Thema „Unsere Post“ stand an der Tafel. Die Klasse saß im Kreis, zwei Kinder stellten wurden als Schriftführer bestellt. Die Schüler stellten Fragen. Die Fragen wurden von den Schriftführern, die abseits saßen, notiert, so, wie sie gestellt wurden. Dann wurden die einzelnen Problemkreise geordnet und die Themen verteilt. Jeder Schüler suchte sich „sein Thema“ aus. Die anderen Kinder gingen als Mitarbeiter in die verschiedenen Gruppen. Die Schüler benutzten als Unterlagen Material, das von der Post zur Verfügung gestellt wurde, Lexika und Schulfunkhefte – einige informierten sich sogar bei einem unserer Dorfbewohner, der bei der Post beschäftigt ist.

Höhepunkt: Besuch der Postschule

Abschluss und Höhepunkt dieser Gemeinschaftsarbeit der Vormwalder Schüler war der Besuch der „Fahrenden Postschule“, die an durchsichtigen Telefonen und Reais-Schränken, an Fernschreibern und echten Postschaltern wirklichen Anschauungsunterricht gibt, am 30. März 1966. Mit dem abgehackten Pathos eines Rundfunkreporters, der das Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft überträgt, berichtet Rolf Stein über die Ankunft der Postschule: „ Meine Damen und Herren, wir befinden uns hier in der Schule Vormwald und erwarten die „Fahrende Postschule“. Ein Blick auf die Uhr sagt uns, dass die Postschule jeden Augenblick ankommen muss. Wir haben einen herrlichen Blick auf den Schulhof und die Auffahrt. Und ja, schon zeigen sich die Kinder auf der Straße. Was sehen wir dort: Sie ist es, jawohl, sie ist da, die „Fahrende Postschule“. Jetzt fährt sie an und ... nein, sie schafft es nicht. Die Kinder rennen hin und her. Sand wird gestreut. Erneut fährt der schwere Bus an. Wird es wohl diesmal gehen? Langsam aber sicher kommt er, halb fahrend, halb rutschend, auf den Schulhof. Die Auffahrt ist geschafft... Ende der Durchsage. Wir melden uns wieder.“

Elke zeigt sich verständig

Was Leitartikler großer deutscher Zeitungen, Kommentatoren von Rundfunk- und Fernsehstationen nicht einsehen können, die Schülerin Elke Vorländer hat es verstanden und in ihrem Bericht über den Besuch des Busses als Trost an den Postminister gemeldet: „Wenn man bedenkt, wie groß die Ausgaben für Gehälter und Löhne, für die vielen Neubauten, für den gesamten Fahrzeugpark und für all die Maschinen und Geräte sind, dann kann man verstehen, dass die Ausgaben der Post bei weitem die Einnahmen überschreiten.“

Erfahrung mit dem Telefon

Die Erfahrung des Telephonierens schlägt sich in dem Erlebnisbericht von Christel Klingebiel folgendermaßen nieder: „Brigitte fragte, ob sie nach Frau Patt telefonieren könnte. In einem Lautsprecher hörten wir, was Frau Patt von ihrem Söhnchen erzählte. Als Brigitte aufgelegt hatte, mussten wir alle herzlich Lachen. Dabei lernten wir aber, wie man mit diesen Telefongeräten umgehen muss. „ Über die Ereignisse um die beiden echten Fernschreiber in diesem Postwagen berichtet Rolf Becker wie folgt: „Herr Erdmann (Busfahrer und Erklärer) fragt zuerst, wer Schreibmaschine schreiben könnte. Friedrich Wilhelm meldete sich, er hatte die Ehre, auf dem Ding etwas zu schreiben, nämlich seinen Namen. Er tippte sogar einen Fehler hinein.“

Bericht der Siegener Zeitung 7. Oktober 1966

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