Kneippkuren sind ab Frühjahr 1970 im Stadtbereich Hilchenbach möglich
Hilchenbach-Vormwald. Hilchenbach gewinnt als Luftkurort und bevorzugtes Urlaubsziel immer mehr an Bedeutung. Die meisten Gäste kommen aus dem Ruhrgebiet, aber auch aus Hamburg, Bremen und Holland. Im Frankfurter Raum ist das Siegerland offenbar weniger beliebt. Die Stadt machte sich längst einen Namen als „Tor zum Rothaargebirge“. Sie hat ein beheiztes Freibad, der Stadtteil Dahlbruch bekommt ein Hallenbad. Es gibt gut ausgebaute Wanderwege und als Sehenswürdigkeit die Ruine auf dem Ginsberg. Im Winter lockte das Skigelände Lützel mit seinen 400 Abstellplätzen für Kraftwagen viele Besucher an.
   Inmitten dieser reizvollen Landschaft liegt der Siebelnhof. „Seit 1566“ steht an seiner Hauswand. Doch kürzlich fand man im Wiesbadener Staats-archiv eine Urkunde, die nachweist, dass der Hof bereits 1461 erwähnt wurde. Amtmann Gerhard Scholl, Geschäftsführer des Vereins zur Erhaltung der Ruine Ginsberg, überbrachte diese Nachricht Willi Steuber, dem Hausherrn. Aus dem alten Haus mit seiner Schenke für durstige Fuhrleute und der Schmiede, in der ihre Pferde beschlagen werden konnten, schufen Steuber und seine Söhne ein Hotel-Restaurant. Als Chefkoch fungiert Erich Steuber (25), der unter der Vielzahl auserlesener Speisen auch Wildgerichte frisch aus hiesiger Jagd“ anbietet. Darum ist es nicht verwunderlich, dass sich regelmäßig ein Stammtisch mit namhaften Jägern und Jagdgästen einfindet.
   In das Gästebuch des Siebelnhofes trugen sich u. a. der Film- und Bühnenschauspieler Paul Dahlke ein, Schallplattenstars, Jürgen von Manger („Schöne Grüße! - ährlich!), der Vorstand von Schalke 04 mit einigen Spielern und bekannte Politiker. Und alle versprachen: „ Wir kommen wieder. Hier und in Hilchenbach hat es uns gefallen.“ Auch auf dem Minigolfplatz neben dem Hotel mit seinen 14 Betten, auf dem zum Wochenende und bei schönem Wetter Hochbetrieb herrscht.
   Willi Steuber (57) ist seit langem ein Freund von Kneippkuren. Doch bevor er eine Idee in die Tat umsetzte, führte er vorbereitende Gespräche mit der Stadtverwaltung, mit Landrat Hermann Schmidt (MdB) und mehreren Hilchenbacher Kollegen: „Wir haben zwar in der Stadt einen Verkehrs und Kneippverein, können aber nicht kuren“ argumentierte er. Im Juli 1969 begann Steuber seinen Plan in die Tat umzusetzen. Neben seinem Hotel soll ein Kneippkurheim mit zunächst 16 Betten entstehen, dazu Hallen- und Bewegungsbad, finnische Sauna, Spezialbäder, Gymnastik- und Massageräume. Ein staatlich geprüfter Bademeister und Masseur wurde bereits verpflichtet. Die Oberaufsicht übernimmt ein hiesiger Arzt. Im Frühjahr 1970 steht das Heim für Kneippkuren offen. Willi Steuber zur WESTFÄLISCHEN RUNDSCHAU: „Die Kapazität des Hauses ist so groß, das die Hilchenbacher Hotels und Pensionen ihren Gästen eine Kur im Siebelnhof anbieten können. Von mehreren Kollegen liegen mir schon feste Zusagen vor.

Bericht aus der Westfälischen Rundschau 1969

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