Vormwald. Die Zeiten des 5-Pfennig-Fuhrmannsschnapses sind im „Siebelnhof“ in Vormwald natürlich längst vorbei. Doch einmal noch in diesem Jahr wird die jetzige Besitzerin des 400 Jahre alten Hauses, in Aufbau und Ausstattung 1962 original restauriert, wie zur urkundlichen Erwähnung am 22. Juli 1566, Bier aus Zinnkrügen und den billigen Fuhrmannsschnaps vom Kellner in Urtracht zu damaligen Preisen kredenzen lassen.
   Die erste Erwähnung des damals noch „Siebelnhähnche“ benannten Hofes ist in den Akten des Kolben von Wilnsdorf schon 1485 erfolgt. Mit der Eintragung ins Landesarchiv am 22. Juli 1566 ging der Besitz, sein Wert wird mit 2 Florin, 20 Albus und 2 Pfennig angegeben, an die Base des Kolben, Else, Aebtissin des Klosters Keppel. Johann Nickeln übernahm das Regiment der Fuhrmannskneipe von 1566 bis 1599. Ihm folgte die Familie Helmes bis zum 18. Dezember 1840. Nach dem Bau der neuen Straße 1832 oberhalb des Hauses wurde es nur noch landwirtschaftlich genutzt. Johann Heinrich Kraemer heiratete mit 33 Jahren und 7 Monaten die Tochter Maria Elisabeth Helmess. Der jetzigen Besitzerin des Siebelnhofes, Selma Steuber geb. Kraemer, wurde dieser von dem unverehelichten Onkel Eduard Kraemer übereignet.
   Willi Steuber, der Gatte der Besitzerin schien durch großmütterliche Vorfahren, Gast- und Landwirte, und die großväterliche Richtung, Kaufleute und Handwerker, zum Wirt geboren, er renovierte das Haus zum Siebelnhof der alten Tradition, der mit seinen 14 Betten und der international ausgerichteten Küche heute als modernes Hotel gewiss den gleichen guten Ruf in deutschen Landen genießt, wie vor 400 Jahren, als Fuhrleute letzte Rast vor dem Zollhaus Vormwald machten.

Bericht aus der Westfälischen Rundschau 22. Juli 1966

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